Für jeden Auswanderer sieht der Alltag natürlich anders aus, je nachdem, wie seine Lebensumstände sind und wo er sich befindet. Mein Alltag ist in der Regel sehr entspannt, weil ich die Freiheit besitze, ihn so einzurichten, dass es für mich passt.
Um haushaltstechnische Dinge muss ich mich nicht kümmern. Diese werden komplett von meiner Lebenspartnerin übernommen. Wir leben nach der klassischen Variante: Ich sorge dafür, dass Reis in der Schüssel ist, und sie macht den Rest, den sie in der Regel im Laufe des Vormittags erledigt, sodass sie den ganzen Nachmittag mit ihren Freundinnen verbringen kann, oder was auch immer sie tun möchte.
Morgenroutine
Ich stehe morgens meist zwischen 06:00 Uhr und 07:00 Uhr auf und beginne meine Morgenroutine. Als Erstes kommt ein kurzes „in mich hinein murmeln“, mit dem ich meine Dankbarkeit zum Ausdruck bringe, dass ich mich gesund fühle, dass ich Arbeit habe und dass ich in Kambodscha leben darf.
Danach trinke ich ein großes Glas Wasser, gemischt mit frisch gepresster Limone. Darauf folgen ein paar Dehnübungen, an der frischen Luft, vor dem Haus. Dann Katzen kraulen und füttern, eine Banane für mich und Kaffee zubereiten. Wenn das alles erledigt ist und ich geduscht habe, wird der Computer eingeschaltet und die Arbeit beginnt, nur unterbrochen durch ein Frühstück.
Da ich es bisher erfolgreich vermieden habe, mich zum Sklaven meines Smartphones zu machen, bleibt das Ding den Morgen über völlig unbeachtet, egal wie viele Nachrichten über Nacht eingegangen sind.
Arbeitsalltag
Am Morgen bin ich am kreativsten, sodass ich zu dieser Zeit mehr schaffe, als das am Nachmittag der Fall ist. Das bedeutet, dass ich morgens eher Designarbeiten und kompliziertere Arbeitsschritte erledige und nachmittags dann mehr Routinearbeiten.
Und ja, ich arbeite auch mit künstlicher Intelligenz, die ich nicht mehr missen möchte. Wie von einigen jedoch behauptet wird, dass KI in meinem Bereich die Arbeit des Menschen komplett übernehmen kann, halte ich für ein Gerücht. Sie dient mir für einige Arbeitsschritte lediglich als eine hilfreiche Unterstützung.
Hin und wieder kommt es auch vor, dass ich darauf warten muss, dass mir meine Klienten bestimmte Webseiteninhalte zusenden oder mir Fragen beantworten müssen, sodass ich die Wartezeiten für andere Dinge nutzen kann.
Zwar sehr selten, aber es gibt auch Tage, da habe ich unter der Woche keine Lust, zu arbeiten. Dafür muss ich dann selbstverständlich niemandem Rechenschaft ablegen. Wichtig ist nur, dass ich mit meinen Projekten zeitnah fertig werde, was nun seit 19 Jahren immer gut funktioniert hat.
Weiterer Tagesverlauf
Nach dem Mittagessen sitze ich meist noch 1 bis 2 Stunden am Computer und dann ist Sport angesagt, komme, was wolle. Drei Tage in der Woche gehe ich ins Gym und drei Tage fahre ich 10 km mit dem Fahrrad, immer im Wechsel. Nur an Sonntagen mache ich weder Sport noch arbeite ich.
Seit einiger Zeit lungert eine Straßenhündin vor dem Gym herum, die so abgemagert ist, dass es mir die Tränen in die Augen treibt, wenn ich das sehe. Also habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, sie, an den Tagen, wenn ich ins Gym gehe, und manchmal auch zwischendurch ordentlich mit Dosenfisch und Reis zu füttern.
Nachdem der sportliche Teil des Tages erledigt ist, geht es erneut für 1 bis 2 Stunden an den Computer, je nach Lust und Laune manchmal auch länger.
Der Abend
Wenn sich der Tag dem Ende nähert und ich den Computer wieder ausschalte, beginne ich meine tägliche Meditation. Darauf folgt das Abendessen mit anschließendem Fernsehprogramm, denn ich liebe es, Serien und Filme bei einer Tasse grünen Tees zu schauen. Am liebsten Krimi, Abenteuer oder Historie. Irgendwann zwischen 22:00 Uhr und 23:00 Uhr ist es dann Zeit für mich, ins Bett zu gehen.
Fazit
In meinem Auswandereralltag in Kep gibt es keine festen Termine und keine vorgeschriebenen Arbeitszeiten. Mein Tagesablauf wird nicht durch andere bestimmt, sondern er ist so gestaltet, wie es mir gefällt und mir ein stressfreies, entspanntes Leben ermöglicht.



