Seitdem ich in Südostasien lebe, hatte ich genau zwei Lebenspartnerinnen. Zuerst meine thailändische Frau, von der ich zwar getrennt lebe, mit der ich aber immer noch verheiratet bin, und danach meine kambodschanische Freundin, mit der ich nun seit etwa 8 Jahren zusammen bin.
Dieser Beitrag spiegelt lediglich meine eigenen Erfahrungen wider. Ich glaube, dass ich bisher viel Glück bei der Wahl meiner Partnerinnen gehabt habe, denn es hätte sich auch alles ganz anders entwickeln können. Unzählige andere Beispiele belegen das. Grundsätzlich gilt: Partnerschaften zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturkreise erfordern von beiden Seiten viel Anpassungsfähigkeit und Verständnis.
Wie ich meine Thai-Frau kennengelernt habe
Meine thailändische Frau habe ich 1999 ganz klassisch in einer Bar in Pattaya kennengelernt. Ich war zum ersten Mal in Thailand und vollkommen unerfahren. Da ich nicht auf der Suche nach einer festen Freundin war, war anfangs alles nur Spaß für mich. Doch je öfter wir uns trafen, desto mehr faszinierten mich ihr Wesen und ihre Art. Wohlgemerkt, wir waren ungefähr im gleichen Alter.
Es stellte sich heraus, dass sie zwei Kinder hatte, aber keine feste Verbindung zu ihnen oder ihrer Familie. Warum auch immer. Wie lange sie schon in dieser Bar arbeitete, habe ich nie erfahren. Einen besonders professionellen Eindruck, was ihre Englischkenntnisse und den Umgang mit Ausländern anging, hat sie jedenfalls nicht auf mich gemacht. Sie war einfach nur freundlich, liebenswert und hilfsbereit.
Über ihren bisherigen Lebensweg habe ich auch in all den Jahren unseres Zusammenseins nur Bruchstücke erfahren. Ich habe auch nie groß nachgehakt, denn sie wird ihre Gründe gehabt haben, warum sie nicht so viel über sich erzählt hat. In all der Zeit war ich nur einmal mit ihr in ihrem Heimatdorf. Und erst nach etlichen Jahren haben wir zweimal ihre Schwester in Bangkok besucht.
Obwohl sie nicht besonders gut mit Geld umgehen konnte, hat sie nie finanzielle Forderungen an mich gestellt, die über ein normales Maß, also Essen, Trinken usw., hinausgingen.
Umzug nach Koh Chang mit neuer Freundin
Nach drei Wochen, kurz vor Ende meines Urlaubs, entschied ich mich spontan, den Rückflug verstreichen zu lassen und in Thailand zu bleiben. Ein Leben in Pattaya konnte ich mir allerdings nicht vorstellen. Ich wollte mich auf der Insel Koh Chang niederlassen, die ich während des Urlaubs kurz besucht und in die ich mich augenblicklich verliebt hatte.
Meine neue Freundin fand den Plan auch gut, sodass wir uns gemeinsam auf den Weg in eine neue Zukunft machten. Auf dieser Insel haben wir dann knapp 9 Jahre zusammen gelebt. Wir hatten gute und weniger gute Zeiten. Zwischendurch waren wir auch einmal pleite, und einmal haben wir uns so gestritten, dass sie für vier Wochen einfach verschwunden ist. Wiedergefunden habe ich sie dann auf dem Festland in einem buddhistischen Kloster.
Egal, was gewesen ist, wir haben uns immer wieder zusammengerauft. Ich habe ihr sehr viel zu verdanken, und ohne sie hätte ich in manchen Situationen vielleicht nach Deutschland zurückkehren müssen, was für mich ein Albtraum gewesen wäre. Sie war extrem fleißig und hat bei allem, was sie tat, immer nur an uns beide gedacht. Vor allem war sie nicht dumm, lernte schnell und konnte sich an die unterschiedlichsten Situationen anpassen.
2002 kam dann unser Sohn zur Welt. Als die Wehen einsetzten, habe ich sie mit dem Motorrad auf die andere Seite der Insel ins kleine Krankenhaus gefahren, und zwei Tage nach der Geburt hat sie schon wieder mit mir im Garten gearbeitet. Kurz darauf haben wir nach thailändischem und deutschem Recht standesamtlich geheiratet.
Umzug nach Kambodscha mit der Familie
2007 sind wir als dreiköpfige Familie von Koh Chang in Thailand nach Sihanoukville in Kambodscha umgezogen. Wir brauchten nicht lange, um uns einzugewöhnen, und alles lief etwa 10 Jahre lang gut. Meine Frau kümmerte sich um unseren Sohn und den Haushalt, und ich arbeitete, damit wir unser Leben finanzieren konnten.
Dann bot ihr ein Bekannter eine Stelle als Leiterin eines Gartencenters an. Da unser Sohn bereits alt genug war, um gut allein zurechtzukommen, nahm sie natürlich an, und ich freute mich für sie. Anfangs verlief alles normal, doch nach einiger Zeit veränderte sie sich. Sie begann, um Geld zu spielen, zu trinken und kam jedes Mal später von der Arbeit nach Hause.
In dieser Zeit stritten wir uns fast täglich. Das hatte auch zur Folge, dass unser Sohn in der Schule immer schlechter wurde, denn bis dahin kannte er nur ein harmonisches Familienleben. Ganz zu schweigen von dem vielen Geld, mit dem ich ihre Spielschulden beglichen habe. Dieser Zustand zog sich knapp ein Jahr hin, bis ich es nicht mehr ausgehalten habe. Meine Frau und ich entschieden, dass jeder seine eigenen Wege gehen und sie ausziehen sollte.
Das geschah im beiderseitigen Einverständnis und ohne Streit. Außerdem beschlossen wir, uns nicht scheiden zu lassen, um uns den ganzen bürokratischen Zirkus zu ersparen. Dass unser Sohn bei mir bleiben würde, war uns beiden klar, denn meine Frau wäre in ihrer Situation weder finanziell noch erzieherisch in der Lage gewesen, für ihn zu sorgen. Damit endete unsere etwa 18 Jahre dauernde Beziehung.
Im Großen und Ganzen gingen wir friedlich auseinander. Wir hielten sogar noch etwa ein Jahr lang Kontakt, bis meine Frau ihren Job verlor und zurück nach Thailand zog.
Die erste Zeit mit der neuen Freundin
Meine Frau wusste, dass ich gern mit einer Partnerin zusammenlebe. So kam es, dass sie mir einige Zeit nach ihrem Auszug von einer kambodschanischen Frau erzählte, die einen Partner suchte. Die Dame hatte in einem Restaurant in Kampot gearbeitet, war inzwischen nach Sihanoukville gezogen und würde sich freuen, mich kennenzulernen.
Ich hatte natürlich nichts dagegen und verabredete mich mit ihr in einem Café. Vor mir saß dann eine kleine, niedliche, aber scheue Khmer-Frau, die wahrscheinlich ihre besten Sachen für das Treffen angezogen hatte. Ihr Englisch bestand aus dem, was sie bei der Arbeit im Restaurant aufgeschnappt hatte, und sie war sichtlich bemüht, sich richtig zu verhalten. Irgendwie hatte das Ganze etwas von einem Bewerbungsgespräch.
Wir waren uns von Anfang an sympathisch und begannen, uns regelmäßig zu treffen. Meistens in ihrem kleinen, einfachen Ein-Zimmer-Apartment, das sie von ihrem bisschen Ersparten gemietet hatte. In meiner weitaus größeren und komfortableren Wohnung fühlte sie sich nicht wohl. Wahrscheinlich, weil ich dort mit meiner Frau gelebt hatte.
Ich erfuhr, dass sie zwei Söhne hat, die in ihrem Heimatdorf auf dem Land bei ihrer Schwester leben. Dort besitzt die Familie ein Grundstück mit einem einfachen Haus und eigene Reisfelder. Beide Eltern sind schon vor vielen Jahren gestorben. Sie und ihre Schwester sind im Krieg aufgewachsen und haben keine richtige Schulbildung. Sie erzählte mir, wie sie als Kind in einem Graben auf dem Reisfeld Schutz suchte, während um sie herum die Granaten einschlugen.
Wenn sich eine kostenlose Mitfahrgelegenheit bot, fuhr sie als Kind mit ihrer Schwester nach Phnom Penh, um auf der Straße um etwas zu essen zu betteln. Mir liefen die Tränen herunter, als sie mir das alles erzählte. Sie sagte mir auch, dass sie sich nie hätte träumen lassen, einmal einen Ausländer kennenzulernen. Mir wurde immer klarer, dass ich mit dieser kleinen Frau einen neuen Lebensabschnitt beginnen würde.
Schwere Zeiten in Sihanoukville – und sie blieb an meiner Seite
In diese Zeit fiel auch der chinesische Bauboom, der über Sihanoukville hereinbrach. Die Folge: Ich musste meine Wohnung verlassen. In das Apartment meiner Freundin konnten wir nicht ziehen, denn für uns drei war es zu klein. Also verbrachten wir unser letztes Jahr in dieser Stadt damit, ständig neuen, noch bezahlbaren Wohnraum zu suchen. Meine Freundin gab ihre Unterkunft ebenfalls auf und schloss sich uns an, sodass wir von da an zusammenlebten, wenn auch wie Nomaden.
Durch die Spielschulden meiner Frau war ich nicht mehr gut bei Kasse, was die Situation noch schwieriger machte. Meine neue Partnerin stand uns trotz allem fest zur Seite und machte all das mit, ohne sich jemals zu beklagen. Zwischenzeitlich arbeitete sie sogar in einem chinesischen Restaurant, um uns finanziell etwas zu unterstützen.
Nach sechs Umzügen war es dann endlich so weit: Der Verkauf der Häuser meiner Bekannten, um den ich mich gekümmert hatte, war abgeschlossen, ich hatte mein Geld bekommen, und wir konnten ins schöne, ruhige Kep umziehen.
Der neue Lebensabschnitt konnte beginnen
Als wir 2019 in Kep ankamen, fiel uns allen ein Stein vom Herzen. Endlich konnten wir unser gemeinsames Leben beginnen, ohne Stress und ohne die Angst, auf der Straße zu landen. Ich mietete uns ein kleines Haus mit zwei Schlafzimmern und nahm meine Arbeit im Internet wieder voll auf.
Mein Sohn hatte die US-Online-Schule erfolgreich abgeschlossen und die Trennung von seiner Mutter inzwischen gut verkraftet. Mit ihr hatte er nur noch sporadisch per Messenger Kontakt. Auch ich sprach hin und wieder mit ihr und erfuhr, dass sich ihre Lebenssituation in Thailand nicht zum Besseren gewendet hatte. Ab und zu überwies ich ihr etwas Geld. Ob sie ihr Verhalten später bereut hat, weiß ich nicht.
Nach einem Jahr zogen wir in ein schöneres Haus, in dem wir bis heute wohnen. Mein Sohn lebt inzwischen in Phnom Penh, wo er Arbeit gefunden hat. Meine Freundin und ich führen eine harmonische Beziehung. Wir sind nicht reich, aber wir haben alles, was wir brauchen. Und was mir wichtig ist: Meine Freundin führt nun ein weitgehend sorgenfreies Leben und muss sich keine Gedanken mehr machen, ob morgen noch Reis in der Schüssel ist.
Fazit
Worüber viele Ausländer klagen, nämlich dass sie die Familie ihrer Partnerin finanziell unterstützen müssen, habe ich nie erlebt. Weder die Familie meiner Frau noch die meiner Freundin ist jemals mit finanziellen Forderungen auf mich zugekommen. Das Motto meiner Frau war immer: Wenn die Familie Geld braucht, soll sie arbeiten gehen.
Alles, was ich für die Familie meiner Freundin tue, etwa ab und zu ein Taschengeld für die Söhne oder die einmal im Jahr fällige Miete für die Reiserntemaschine, geschieht völlig freiwillig. Alle in dieser Familie sind anständige Menschen und arbeiten für ihren Lebensunterhalt.
Von meinen beiden langjährigen Partnerschaften mit südostasiatischen Frauen kann ich fast nur Positives berichten. Die Veränderung meiner Frau damals und die Trennung danach hätten, so denke ich, wahrscheinlich auch mit einer Partnerin jeder anderen Nationalität passieren können.



