Leben in Kambodscha

Meine Freundin und unsere Nachbarin servieren Speisen für die Mönche beim Pchum-Ben-Fest (Opfermahlzeit).

Pchum Ben 2026 in Kep – Das Ahnenfest live erleben

⏱️ Lesedauer: 4 Minuten

Es ist wieder so weit, in Kambodscha beginnen heute die Pchum-Ben-Festtage, das Fest der Ahnen oder auch das Geisterfest genannt. Die offiziellen Feiertage dafür sind 2026 vom 10.10. bis zum 12.10., aber die Menschen bereiten sich schon etliche Tage zuvor darauf vor.

Auch wir, meine Freundin und ich, sind gestern dafür in die Pagode, den Wat Samathi, gegangen, um die Verstorbenen standesgemäß zu ehren. Unsere liebe Nachbarin hat uns dahin begleitet, um das Ganze zum ersten Mal mitzuerleben.

Für die Mönche haben wir Wasser, Essen und Geld gespendet und dafür ihren Segen erhalten. Zu meiner Überraschung gibt es mittlerweile neben meinem lieben Freund, dem ehrenwerten Mönch Dhammaghosananda (ធម្មឃោសនន្ទ), zwei weitere ausländische Mönche in diesem Kloster.

Wir sind schon sehr zeitig dort eingetroffen, also noch bevor der große Ansturm beginnt. Wichtig ist nur, dass man seine Spenden vor 11:00 Uhr übergibt, denn um 11:00 Uhr ist Essenszeit für die Mönche, was dann die letzte feste Mahlzeit des Tages für sie ist.

Selbstverständlich hätten wir dann auch mitessen können, aber ich musste leider wieder zurück an den Computer, wo die Arbeit auf mich gewartet hat. Was ich mir aber nicht nehmen ließ, war, einige Zeit still mit den anderen Besuchern in der Gebetshalle zu sitzen und den Mönchen bei den Rezitationen, Sutras und Mantras zuzuhören.

Auch wenn ich kein Wort verstehe, so ist es jedes Mal ein besonderes Erlebnis für mich. Es erfüllt mich mit Ruhe und Frieden, genau so, wie es mich fasziniert, denn diese Verse sind über 2000 Jahre alt und werden heute noch vollkommen unverändert vorgetragen. Nach modernen westlichen Vorstellungen mag man mich für naiv halten, aber ich glaube, dass diese Worte eine gewisse spirituelle Kraft besitzen.

Was ist Pchum Ben?

Pchum Ben (ពិធីបុណ្យ) ist eines der zwei wichtigsten Feste im kambodschanischen Kalender, nach dem Khmer-Neujahr das bedeutendste. Der Name bedeutet wörtlich “Versammlung” (Pchum) von “Reisbällchen” (Ben): Die Lebenden kommen zusammen, um ihre Toten zu füttern.

Wann findet es statt?

In 2026 fällt Pchum Ben auf den 10.–12. Oktober (offizielle Feiertage). Das vollständige 15-Tage-Fest (genannt “Kan Ben”) erstreckt sich über etwa zwei Wochen davor und danach, da es nach dem lunaren Khmer-Kalender berechnet wird.

Die Geschichte

Die Ursprünge von Pchum Ben gehen bis ins Mittelalter zurück und verbinden Theravada-Buddhismus mit älteren brahmanischen und animistischen Elementen. Nach einer Legende entband König Jayavarman die buddhistischen Mönche während der Regenzeit von ihren Almosengängen. Als Gegenleistung forderte er sein Volk auf, die Mönche selbst zu versorgen. Dieser Geist der Versorgung lebt in Pchum Ben bis heute weiter.

Der Sinn und Zweck

Im Kern geht es um Ahnenverehrung. Die Kambodschaner glauben, dass durch Opfergaben und Gebete während Pchum Ben ihre verstorbenen Vorfahren Verdienste (Karma) sammeln und so eine bessere Wiedergeburt erreichen. Es ist ein tiefgründiger Glaube: Durch diesen Akt der Großzügigkeit hilft die Familie den Ahnen, im nächsten Leben glücklicher geboren zu werden.

Wie wird es gefeiert?

Die Feierlichkeiten konzentrieren sich auf buddhistische Tempel (Wats). Familien bringen Opfergaben: Speisen (besonders Reisbällchen), Früchte, Blumen, Kerzen und Räucherstäbchen. Am letzten Tag, “Ben Thom”, ist das Fest am intensivsten, die Tempel sind voller Menschen, und es gibt oft auch weltliche Feste wie Ringkämpfe und Büffelrennen auf dem Land.

Für Ausländer wichtig:

Pchum Ben ist ein familiärer, religiöser Anlass. Viele Kambodschaner fahren zu ihren Heimatdörfern zurück, ähnlich wie beim Khmer-Neujahr. Restaurants und Geschäfte können begrenzte Öffnungszeiten haben. Alkoholkonsum ist während der letzten drei Tage in vielen Provinzen reglementiert, Respekt davor wird erwartet.

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„Alles, was wir sind, ist ein Resultat dessen, was wir gedacht haben.“ – aus dem Dhammapada

Der Blog Author auf einem Steg im Sailing Club Kep.

Der Autor

Hallo, ich bin Andreas Stöcker unter Kambodscha Fans als Don Kong bekannt. Ich lebe seit 1999 in Südostasien, von wo ich über Land, Leute und mein Leben berichte.

Wie ich in Südostasien gelandet bin?

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